Bei Terrassenüberdachungen nennen die meisten Angebote eine Zahl. Was in dieser Zahl steckt, steht selten dabei. Das macht den Vergleich zwischen zwei Offerten zur Glückssache: Die eine enthält das Fundament, die andere nicht, und die dritte rechnet die Montage in Stunden ab. Wer die Bestandteile einzeln kennt, kann prüfen statt raten.
Die fünf Kostenblöcke
Eine Lamellenpergola zerfällt kalkulatorisch in fünf Teile. Die Anteile schwanken je nach Grösse, aber die Reihenfolge bleibt erstaunlich stabil.
- Tragwerk aus Aluminium. Pfosten, Träger, Rahmen. Der grösste Einzelposten, meist 35 bis 45 Prozent. Der Preis hängt an Wandstärke und Profilquerschnitt, nicht an der Optik.
- Lamellen und Antrieb. 20 bis 30 Prozent. Hier entscheidet sich, ob das Dach nur zu oder auch gesteuert öffnen kann, und ob der Motor im Träger sitzt oder aussen.
- Fundament und Erdarbeiten. 10 bis 20 Prozent, stark abhängig vom Untergrund. Ein frostfreies Punktfundament in gewachsenem Boden kostet ein Vielfaches derselben Arbeit in einem bestehenden Belag, der geöffnet werden muss.
- Montage. 15 bis 25 Prozent. Der Posten, der am häufigsten fehlt oder als Pauschale versteckt wird.
- Zubehör. Beleuchtung, Seitenelemente, Heizung, Steuerung. Wird gern als Rabattmasse benutzt und ist der Block, an dem sich am ehesten sparen lässt.
Warum der Montageanteil so oft untergeht
Montage ist der einzige Posten ohne Materialwert. Genau deshalb verschwindet er in Pauschalen. Wer vergleichen will, sollte ihn getrennt ausweisen lassen — samt Angabe, was darin enthalten ist: Anfahrt, Gerüst oder Hebemittel, Anschluss an die Fassade, Elektroanschluss, Abnahme.
Die zweite Stelle, an der Offerten auseinanderlaufen, ist das Fundament. Ein Angebot, das vom «bauseitigen Fundament» ausgeht, ist nicht günstiger, sondern unvollständig. Es verschiebt einen Posten von mehreren tausend Franken auf den Bauherrn, der ihn dann separat vergeben muss.
Was den Preis wirklich bewegt
- Spannweite. Der Sprung von vier auf sechs Meter freie Spannweite kostet überproportional, weil Profilquerschnitt und Fundamentgrösse gleichzeitig wachsen.
- Freistehend oder angebaut. Eine angebaute Variante spart zwei Stützen und zwei Fundamente, verlangt aber einen tragfähigen Wandanschluss.
- Schneelastzone. In höheren Lagen steigen Profil- und Fundamentdimension, ohne dass sich am Aussehen etwas ändert.
- Untergrund. Fels, Grundwasser oder ein fertiger Belag verändern die Erdarbeiten stärker als jede Ausstattungsoption.
- Eigenleistung. Wer selbst montiert, spart den Montageblock — muss dann aber Fundament und Masse korrekt haben, sonst wird die Ersparnis zur Nacharbeit.
Wie man zwei Offerten vergleichbar macht
Drei Fragen genügen meistens:
- Ist das Fundament enthalten, und mit welcher Tiefe und welchem Querschnitt gerechnet?
- Wie viele Montagestunden sind kalkuliert, und was passiert bei Mehraufwand?
- Welche Lastannahme liegt zugrunde — Schneelastzone und Windzone konkret benannt?
Wer diese drei Antworten hat, kann zwei Zahlen nebeneinanderlegen. Ohne sie vergleicht man unterschiedliche Leistungsumfänge.
Für andere Gewerke lohnt sich derselbe Blick auf die Struktur. Kostenrechner und Richtpreise nach Arbeitsschritt für Schweizer Handwerksleistungen sammelt zum Beispiel handwerker-kosten.ch — hilfreich, um vor dem Einholen einer Offerte ein Gefühl für die Grössenordnung zu bekommen.
Wo sich sparen lohnt und wo nicht
Sinnvoll sparen lässt sich bei Ausstattung: Beleuchtung und Seitenelemente können nachgerüstet werden, wenn die Vorbereitung stimmt — ein Leerrohr kostet wenig, ein nachträglicher Kabelkanal sieht man dauerhaft. Auch bei der Montage ist Eigenleistung realistisch, sofern Fundamentplan und Masse vom Hersteller kommen.
Nicht sparen sollte man an Profilquerschnitt und Fundament. Beides ist später nicht korrigierbar, ohne die Konstruktion abzubauen. Ein zu knapp dimensioniertes Fundament zeigt sich nach dem zweiten Winter, und dann steht die Frage nicht mehr, was es gekostet hätte, sondern was der Rückbau kostet.
Fazit
Eine Terrassenüberdachung ist kein Produkt mit einem Preis, sondern ein Bauteil mit fünf Kostenblöcken. Wer sie einzeln benennt, erkennt, welche Offerte vollständig ist — und merkt schnell, dass die günstigste Zahl oft die ist, in der am wenigsten enthalten war.





















